Orientteppiche

Von der Machart unterscheidet man zwischen geknüpften Teppichen mit Flor, gewebten Teppichen und Filzen ohne Flor. Darüber hinaus ist eine Unterscheidung zwischen handgefertigten und anderweitig erstellten Teppichen von Bedeutung: Unabhängig von Machart oder Herkunft gelten nur solche Teppiche als echte Teppiche, welche handgefertigt wurden.

Orientteppiche werden grundsätzlich in handarbeit hergestellt und stammen aus dem Orient. Man bezeichet sie daher oft als 'echte Teppiche'.

Mit dem Begriff Orient ist nicht nur jenes Gebiet das die Länder Kleinasiens (u.a. die Türkei) umfasst und sich bis zum Fernosten (China, ...) erstreckt. Auch solche Länder, die vom Orient kulturell, insbesondere in der Tradition der Teppichkunst beeinflusst wurden zählen dazu.

Somit gelten die Staaten Nordafrikas (Ägypten, Tunesien, Marokko und früher Algerien), sowie die Balkanstaaten ebenfalls als Ursprüngsländer von Orientteppichen.

In diesem Zusammenhang ist die Unterscheidung zwischen den Begriffen Ursprüngsland und Herkunftsland zu erwähnen: Als Ursprungsland gilt grundsätzlich der Staat, in dem ein Orientteppich hergestellt wurde. Das Herkunftsland hingegen ist das Ausführland eines Orientteppichs.

Als Beispiel hierzu gilt der amerikanischer Sarough, welcher im Iran geknüpft aber aus den USA ausgeführt wird. Der Iran ist demnach das Ursprungsland, während die USA als Herkunftsland gilt.

Eine weitere wichtige Eigenschaft von Teppichen ist deren Farbe. Werden die Teppichfarben, mittels eines chemisch-physikalischen Verfahrens an die Teppichfaser festgebunden erhalten sie die Bezeichnung echte Farben.

Die Bezeichnungen Natur- bzw. Synthetische Farben beziehen sich auf die Farbstoffe, welche zum Einsatz kommen. Naturfarben bzw. Naturfarbstoffe  gewinnt man aus Insekten, Pflanzen und Mineralien, während synthetische Farben in der Industrie künstlich produziert werden.

Arten von Orientteppichen

Teppiche können geknüpft, gewebt oder durch Filzarbeiten, mit und ohne Flor hergestellt werden, wobei eine Kombination der ersten beiden Techniken durchaus vorkommt.

Geknüpfte Teppiche (mit Flor)

Knüpfteppiche bestehen aus einem aus Kette und Schuss bestehenden Grundgewebe und einem Flor.

Sie werden von Hand gefertigt. Der Florfaden wird mit Hilfe eines Knüpfknotens ins Grundgewebe eingetragen. Der Knüpfknoten muß dabei mindestens einen Kettfaden gänzlich umschliessen.

Die verbreitesten Knüpftechniken sind der persische ( Sennehknoten) und der türkische (Ghiordesknoten) Knüpfknoten. Die beiden Techniken unterscheiden sich dadurch, dass beim persischen Knoten asymmetrisch über ein nebeneinander liegendes Kettfadenpaar geknüpft wird, so dass das Florgarn den einen Kettfaden voll, den anderen nur halb umschließt.

Beim tükrischen Knoten wird symmetrisch darüber geknüpft und das Florgarn umschließt beide Fäden.



Gewebte Teppiche (ohne Flor)

Gewebte Teppiche bestehen aus Längs- (Kette) bzw. Querfäden (Schuss), die sich mehrfach kreuzen und im Ergebnis eine Fläche bilden. Sie kommen mithin ohne einen Flor aus.

Motifs und Muster werden durch eine Schussmusterung bzw. durch Besticken erzeugt.

Die Bezeichnungsweise von Webteppichen sind durch ihre Herkunft oder Herstellungsverfahren geprägt. Am meisten wird Kelim als Webteppich verbreitet.

Gobelins, wurden ursprünglich in ihren französischen bzw. flämischen Stammgebieten als Wandbehänge bzw. -bespannung genutzt. Inzwischen sind hochwertige Nachbildungen der originellen Farben und Stile, mittels der originellen Techniken hergestellt, aus China erhältlich.

Filze

Filze gehören zu den ältesten Produkten, die mit Wolle gefertigt werden. Sie sind in Europa kaum verbreitet.